Mord und Verfolgung von Minderheiten in der Türkei – Achtung, Satire!

In der Türkei starben zwischen 1990 und 2011 148 Menschen durch türkische Nationalisten. Und allein die Tatsache, dass drei türkische Nationalisten zehn Jahre mordend durchs Land zogen und dabei neun christliche Mitbürger aufgrund ihrer Herkunft und Religion töteten und vom türkischen Geheimdienst gedeckt wurden, ist für viele untragbar. 

Die türkische Ministerin für Familien und Soziales, Banu Alkan Neremi, bedauert die Attacken auf die Minderheiten im Land, doch macht auch auf die Türkenfeindlichkeit aufmerksam, die ihrer Meinung nach vor allem im Osten der Türkei besonders häufig vorkommt. ”Es gibt in unseren Schulhöfen und es gibt in unseren U-Bahnen und S-Bahnen ein Problem mit Türkenfeindlichkeit. Da werden türkische Kinder und Jugendliche angegriffen, weil sie Türken sind”, so die Ministerin. Schließlich sei auch sie oft als “türkische Schlampe” beschimpft worden.

Unterstützt wird sie vor allem von Bunlar Salak, dem ehemaligen Finanzsenator Ankaras, der der Meinung ist, dass aus genetischen Gründen die christliche Immigration in die Türkei gestoppt werden müsse. „Die einzig sinnvolle Handlungsperspektive kann nur sein, weitere Zuwanderung aus Europa und dem Westen im Allgemeinen generell zu unterbinden. Dies erfordert freilich auch, dem hohen und in Zukunft wohl noch wachsenden Einwanderungsdruck mit Energie entgegenzutreten.” In seinem Buch “Die Türkei schafft sich ab” schreibt er unter anderem: “Die Fruchtbarkeit in der Ober- und Mittelschicht ist zu gering, diejenige in der türkischen wie ausländischen Unterschicht zu groß. Je niedriger der Intelligenzquotient, desto höher die Fertilitätsrate.” Und auf Seite 267 legt er nach: “Demographisch stellt die enorme Fruchtbarkeit der christlichen Migranten eine Bedrohung für das kulturelle und zivilisatorische Gleichgewicht im Morgenland dar.”

Ebenso ist Salak der Meinung, dass keine Religion im Morgenland so fordernd auftrete und erinnerte an die Anschläge des christlichen Massenmörders Anders Behring Breivik. “Bei keiner anderen Religion ist der Übergang zu Gewalt und Terrorismus so fließend”, so der streitbare Ex-Senator, der bei erschreckend vielen Türken auf Zustimmung stößt.

Erst 2010 sorgten die Aussagen des ankaranischen Ministerpräsidenten Iki Yüzlü für Kontroversen, als er der türkischen Zeitung Zamansiz sagte, dass sich “Zuwanderer aus fremden Kulturkreisen” wie aus Deutschland und den Niederlanden insgesamt schwerer tun. “Daraus ziehe ich auf jeden Fall den Schluss, dass wir keine zusätzliche Zuwanderung aus anderen Kulturkreisen brauchen.”

Auf die Frage eines türkischen Menschenrechtlers, wie eine Nonne in einem türkischen Gerichtssaal mit 18 Messerstichen ermordet werden konnte, antwortete der türkische Christentumkritiker Müslüm Gencebay: “In der Türkei gibt es keine Christenfeindlichkeit. Das war ein fremdenfeindlicher Übergriff, und der Täter wurde bestraft.”

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